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Ein stubenreiner Hund


Jetzt haben Sie sich also einen kleinen Hund ins Haus geholt, einen Futter- und Wassernapf auch und natürlich ein Körbchen mit einer molligen, warmen Decke.
Doch haben Sie sich auch genügend Putzlappen und Desinfektionsmittel besorgt? Nein, noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit! Denn stubenrein ist Ihr junger Familienzuwachs mit Sicherheit noch nicht.
Von nun an müssen Sie mit Argusaugen hinter ihrem kleinen Steppcke her sein, da er gar nicht daran denkt, sich zu melden, damit sie ihn noch rechtzeitig hinaus befördern können.
Sollten Sie zu dem noch das seltene Glück haben, daß gerade Winter ist, werden Sie an ihrem Hund eine besonders liebenswerte Eigenschaft kennen lernen.
Sie waren mal wieder mit Steppcke draußen, weil Sie der Meinung waren, er müßte sein Geschätchen verrichten. Er dachte allerdings nicht einmal im Traum daran, sich im kalten Schnee hin zu hocken, obwohl er sich noch vor einer halben Stunde auf dem Teppich verewigen wollte.
Ganz frustriert und vollkommen durch gefroren kehren Sie also in die gute Stube zurück, damit Sie endlich diese nette Eigenschaft Steppeckes kennen lernen können.
Dort wird er nämlich das machen, was Sie draußen nicht mehr erwarteten, er läßt sein Bächlein fließen.
Jetzt heißt es für Sie zu handeln und zwar ganz schnell. Ziehen Sie sich diesmal wärmer an, schnappen Sie sich den kleinen Übeltäter und schimpfen Sie ihn aus, während Sie ihm zeigen, was er angestellt hat.
Danach gehen Sie wieder mit ihm hinaus in die Kälte und dort bleiben Sie so lange, bis Sie entweder blau gefroren sind, oder Steppcke sein Geschäft doch noch draußen verrichtet hat.
Unter Umständen kann es Stunden dauern, bis das geschieht, doch geben Sie den Mut nicht auf und bleiben Sie stur, sonst lernt er es nie. Hatten Sie Erfolg, dann loben Sie ihn, auch wenn Sie kaum noch die Zähne auseinander bringen dank erster Erfrierungserscheinungen. Bleiben Sie tapfer, spätestens zum Frühjahr hat er begriffen, was Sie von ihm wollen.
Zwar wird Ihr Haushalt darunter leiden und ihre Familie wird sich immer öfter beschweren, weil das Essen nicht mehr regelmäßig auf den Tisch kommt, doch das sollte Sie nicht stören, da Sie sonst in nicht allzu ferner Zukunft den Kauf eines neuen Teppichs in Erwägung ziehen müssen.
Nun haben wir somit schon die zweite Erkenntnis, die Sie zur Erziehung ihres Hundes brauchen:
Schaffen Sie sich warme Kleidung an und gehen Sie regelmäßig zum Arzt, um der Gefahr einer Lungenentzündung zu entgehen.
Im Sommer entfallen diese beiden Maßnahmen natürlich. dafür brauchen Sie in beiden Fällen sehr strapaziefähige Nerven.

Unser Hund bettelt nicht