
Der Abschied
Eigentlich sollte Dreamers Geschichte noch lange nicht enden, er wurde nur dreieinhalb Jahre alt.
Und nun sitze ich hier und begreife noch immer nicht, wie geschehen konnte, was geschah.
Es war am 22.01.2008, wir packten die letzten Sachen zusammen und hatten begonnen, das Haus zu
putzen, da am nächsten Tag die Wohnungsabnahme sein sollte.
Dreamer tollte herum, immer wieder brachte er seinen Ball und jeder fand eine Minute, um mit ihm
zu spielen.
Tjorven ging noch eine lange Runde mit ihm spazieren und berichtete, daß Dreamer sich wie
ein verspielter Welpe verhalten hatte.
Am Nachtmittag fuhr Bjørn noch ins Zoohaus und brachte 3 große Tüten mit Schweineohren mit,
damit wir ein paar Leckerlis für Dreamer haben, da wir mit drei bis vier Tagen für die Fahrt
ins neue Heim rechneten.
Außerdem hatte Bjørn sich noch die Jackentaschen mit kleinen Hundekuchen vollgestopft, es war
das Weihnachsgeschenk für Dreamer von meinen Schwiegereltern.
Während Bjørn einkaufte, packten Tjorven und ich noch Sachen ein. Dann hörte ich ein böses
Knurren und Tjorven schrie auf. Als ich in die Küche kam, saß Dreamer neben Tjorven und
Tjorven selber hielt mir seinen Arm hin und zeigte mir das Armband, das er von seinem Freund zum
Abschied bekommen hatte. Eine der Metallplatten war fast durch gebissen, das Armband hatte ihn vor
schlimmeren bewahrt.
Wir wunderten uns über sein Verhalten, doch wir beachteten es nicht weiter, da Dreamer sich nun
wieder vollkommen normal wie immer verhielt.
Hätte ich es nur getan, ich hätte alles weiter verhindern können.
Inzwischen war es Abend geworden und Danijela rief an und sagte, sie würde gleich mit Kaffee und
Kuchen kommen, damit wir eine Pause machen konnten.
Dreamer begrüßte sie stürmisch, sie knuddelte ihn und dann beugte sie sich ein wenig vor,
streichelte ihn und er biß zu.
Er biß ihr ins Kinn, es war total zerfetzt, sie mußte ins Krankenhaus, so schlimm war es.
Der diensthabende Arzt verlangte eine Bescheinigung vom Ableben Dreamers!
Danijela weinte, sie bettelte, man möge ihm noch eine Chance geben, obwohl sie die jenige war,
die er so böse gebissen hatte.
Doch der Arzt ließ nicht mit sich reden, Gesetz sei Gesetz, Dreamer hatte einen Menschen
gebissen und da gab es keine Chance mehr.
Für uns alle ging die Welt unter, Dreamer war doch immer so ein lieber Kerl gewesen, niemand konnte
sich erklären, warum er zugebissen hatte.
Nun ist er im Regenbogenland und ich vermisse ihn in jeder Sekunde.
Lieber Dreamer, in meinem Herzen wirst Du ewig bleiben, mein kleiner Racker, ich vermisse Dich so sehr.
Ich hatte Dir ein Paradies versprochen, ein Paradies mit ganz viel Schnee.
Und nun sitze ich hier, alles ist weiß, doch Du bist so weit fort.
Warum nur, warum?